Geschütztes Wohnen

Seit seinem Bestehen betreut das Alters- und Pflegeheim Unteres Seetal auch Menschen mit Demenzerkrankungen. Dabei wurden die Betroffenen zunächst so gut wie nur möglich in die verschiedenen Wohngruppen integriert. Dass damit nicht für alle Demenzkranken eine optimale Betreuung möglich war, versteht sich von selbst. Aus diesem Grunde wurde ab dem Jahre 2000 die Station F speziell für demenzkranke Menschen als geschützte Station geführt. Diese bot Platz für neun Bewohnerinnen und Bewohner und verfügte ab September 2004 über eine grosszügige Terrasse mit zahlreichen Blumen und Pflanzen.

In der geschützten Wohngruppe werden demenzkranke Menschen individuell in einem familiären Rahmen betreut, wobei sich die Pflege jeweils nach dem aktuellen Befinden richtet. Dabei gilt es vor allem, die vorhandenen Ressourcen wahrzunehmen und einzubeziehen. Auch werden spezifische Verhaltensweisen und Bedürfnisse berücksichtigt, was sich nachhaltig auf die Lebensqualität der jeweiligen Bewohnerin und des jeweiligen Bewohners auswirkt.

Im Jahr 2010 erfolgte die Verlegung dieser Wohngruppe ins Erdgeschoss des Westflügels des Heims. Aus der grossen Rasenfläche vor dem Hause entstand ein wunderbarer, demenzgerechter Garten. Schutz bietet ein mit Clematis begrünter Gartenzaun. Im Garten verläuft ein geschwungener, rollstuhlgängiger Spazierweg, umrahmt von Blumen und kleineren Bäumen. Ein Brunnen wie aus früheren Zeiten plätschert nahe des Gartenweges und mehrere Bänkli, und sogar eine „Bushaltestelle" laden zum Verweilen ein.

Am 21. September 2010, dem Weltalzheimertag gebührend, wurde der Garten des Geschützten Wohnens eingeweiht. Das Projekt konnte dank eines grosszügigen, zweckgebundenen Legats eines ehemaligen Bewohners realisiert werden.
Demente Menschen verspüren oft den starken Drang, nach „Hause" gehen zu müssen. Ebenso leiden sie darunter, sich von anderen Menschen ausgeschlossen zu fühlen. In diesem neuen Garten sprechen spezielle Elemente sowie besondere Duft- und Nutzpflanzen die unterschiedlichen Sinne an: Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Fühlen. Ausserdem werden durch das Verweilen in diesem Garten wieder vermehrt soziale Kontakte möglich, die für alle Bewohner wichtig sind. Jedoch ist klar, dass all diese Verbesserungen die Krankheit nicht stoppen können. Beeinflussen werden sie aber auf jeden Fall eine Steigerung der Lebensfreude und der Lebensqualität.

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